Android – Googles künstliche Lebensform
Sie kennen den Androiden “Data” aus der Serie Star Trek The Next Generation? Kennen Sie auch Google Android? Der Begriff geistert seit Wochen und Monaten durch sämtliche Medien.
Etwa vor einem Jahr fing alles an. In der Gerüchteküche begann es zu brodeln. Nachdem Apple mit dem iPhone in den Smartphone-Markt eingestiegen war, wurde auch bekannt dass Google an etwas ähnlichem werkeln würde. Die Erwartungen stiegen natürlich ins Unermessliche. Eins ist klar: Mobilen Geräten gehört die Zukunft.
Und Google kann es sich nicht leisten diesen rasant wachsenden Markt Konkurrenten wie Apple, Research in Motion (BlackBerry) oder Nokia zu überlassen.
Das iPhone bewies eindrucksvoll, wie man mit innovativen Ideen in diesem hart umkämpften Segment erfolgreich sein kann. 2008 gingen bereits über 10 Mio. (!) dieser Geräte über die Ladentische. Seitdem das neue “3G” Model erhältlich ist, liegt das Iphone sogar an der Spitze der Smartphone-Verkaufsstarts der USA.
Doch Google hat ein Ass im Ärmel: Android.
Anders als bei Apple, handelt es sich bei Android nicht um ein Endgerät, sondern um eine Plattform. Ein Betriebssystem (das seit gestern auch als Open Source verfügbar ist) für mobile Geräte ähnlich Windows Mobile oder Symbian OS (Nokia, Sony, Motorola, Samsung, u.a.).

Wie einst DOS bzw. Windows die PCs erobert hat, möchte Google mit Android den Mark für mobile Geräte aufmischen … was natürlich Sinn macht: Beispielsweise wäre das Potential für eine Steigerung der Adwords-Reichweite gewaltig. Doch wird es wesentlich schwieriger für Google in diesem Markt fußzufassen. Es gibt bereits drei etablierte Player.
Die zweite Schwierigkeit die ich sehe, ist die anhaltende Diskussion über Datenschutz. Dem Suchmaschinenbetreiber haftet dadurch ein leicht negatives Image an. Das passiert unausweichlich… anderen Großkonzernen geht’s nicht anders ;-).
Jedenfalls ist der Eindruck entstanden, als sei keine private Information vor der “Datenkrake” Google sicher.
Ich denke man kann davon ausgehen, dass ein Google Betriebssystem ähnliche Informationen über Nutzer sammeln wird, wie andere Dienste das bereits vormachen.
Mir behagt die Vorstellung nicht, in Zukunft vielleicht statt eines Freizeichens eine (auf meine Person abgestimmte) Werbebotschaft im Ohr zu haben! Das ist natürlich reine Spekulation – aber vorstellbar wäre es allemal.
Darum wundert mich die Aufregung um diese neueste Errungenschaft. Einerseits wird beklagt, dass Google bereits viel zu mächtig sei und gleichzeitig entsteht ein Hype um ein Produkt, welches ohne Zweifel dazu beitragen wird den Konzern noch sehr viel mächtiger zu machen.
Wenn man sich den aktuellen Stand der Vorbestellungen für das Android befeuerten T-Mobile Handy (mit dem etwas sperrigen Namen “HTC G1″) ansieht, dann muss man Google gratulieren. Die Latte liegt bereits bei 1.5 Mio…. ohne Weihnachtsgeschäft!
Ersten Tests zufolge ist Android ein beeindruckendes Stück Software. Sehr schnell und vielseitig. Design und Technik der Hardware bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Dieses Manko sollte aber schnell beseitigt sein. In Bälde werden wir sicher von Android-Handys überschwemmt.
Wie auch immer… Ich bin etwas besorgt. Das wirbellose Meerestier könnte zum willenlosen Borg mutieren (neine, nicht das Tennis-Ass *g*)!
Dann ist Schluss mit braver Androide und der “Do no Evil” Doktrin … “Widerstand ist zwecklos” lautet dann die Devise!
Peter Wetzlmaier, am 22.10.08