Kaffee, Kornspitz und Google Analytics – Teil II

Und weiter geht’s mit meinem zweiteiligen Google Analytics Special

Website-Overlay

Wie effizient und benutzerfreundlich die Navigation einer Website aufgebaut ist, konnte lange nur mit Hilfe aufwendiger Untersuchungen in sog. „Usability Labs”  herausgefunden werden.

Die Funktion „Website Overlay” ermöglicht nun eine (zumindest einfache) Auswertung des Klickverhaltens innerhalb einzelner Pages einer Website. Nebst jedem Link wird ein Balken eingeblendet, welcher in Prozent die relative Anzahl der Klicks angibt (100% = sämtliche Klicks die Benutzer auf dieser Page zu anderen „Unterseiten” geführt haben). Ein weiteres Fenster enthält Detailinformationen (absolute Anzahl der Klicks, Zielwert, Conversions).

Detaillierte Ziel-Analysen und Trichter-Visualisierung

Nützlich vor allem zur Analyse mehrstufiger Formulare. So lässt sich beispielsweise herausfinden zu welchem Zeitpunkt Benutzer den Buchungs-/ Bestell- oder Anfragevorgang abbrechen. Eine überaus nützliche Funktion die bei der Optimierung von Formularen bzw. des gesamten Seitenwirkungsgrades (Conversion Rate) hilfreich ist.

Erweiterte Segmentierung

Damit können die Besucherströme in ihre Bestandteile zerlegt werden. Das ermöglicht eine separate Betrachtung einzelner Besuchergruppen bzw. Segmenten – z.B. nur jene, die für Conversions gesorgt, oder die, die über Suchmaschinen auf die Website gelangt sind.

Die einzelnen Segmente lassen sich auch visuell voneinander trennen. Das sieht dann so aus:

Die erweiterte Segmentierung ist also ein hervorragendes Werkzeug, mit dem sich die Entwicklung einzelner Besuchersegmente grafisch darstellen lässt (den Verweisen von Suchmaschinen gilt dabei immer besondere Aufmerksamkeit).

Folgende Standardsegmente stehen zur Auswahl:

  • Alle Besuche
  • Neue Besucher
  • Wiederkehrende Besucher
  • Bezahlte Zugriffe
  • Nicht bezahlte Zugriffe
  • Suchanfragen
  • Direkte Zugriffe
  • Durch Verweise zustande gekommene Zugriffe
  • Besuche mit Conversions
  • Zugriffe über iPhones
  • Besuche ohne Absprünge

Und als ob das noch nicht genug wär… man kann auch eigenen Segmente definieren! Das funktioniert ähnlich wie schon bei den benutzerdefinierten Berichten – per „Drag and Drop”.

Motion Charts

Dieses Feature ist etwas ganz besonders. Mit Motion Charts (Bewegungsdiagramme) lassen sich Messdaten in fünf (!) Dimensionen (X-Achse, Y-Achse, Farbe, Größe und Zeit) darstellen.

Am besten lässt sich das anhand eines Beispiels erklären:

Vergleich von Zeiträumen

Zahlen ohne Vergleich sind wertlos. Das ist einer der wichtigsten Grundsätze im WebMarketing. Darum hat Google in Analytics eine Funktion integriert, die dem Benutzer schon beim Einstieg über die Entwicklung der Zugriffszahlen in den letzten 30 Tagen informiert. Will man sich nicht detailliert mit den Daten auseinandersetzen, reicht das für einen (zugegeben extrem oberflächlichen) Status-Check.

Wird ein Anstieg gemeldet, ist vermutlich alles in Ordnung… gibt’s jedoch einen Rückgang, könnte es nicht schaden sich die Daten einmal etwas genauer anzusehen!

Mit der Vergleichsfunktion lassen sich praktisch alle möglichen Auswertungen mit früheren Zeiträumen vergleichen. Wird irgendwo ein Rückgang verzeichnet, ist das der erste Grund sich die Daten genauer anzusehen um sich Klarheit zu verschaffen. (Nicht immer kann alles noch besser werden. Gewisse Schwankungen gibt es immer – z.B. durch saisonale Einflüsse, Auslaufen von Kampagnen, u.v.m.)

Kampagnen-Messung

Könnte einfacher nicht sein! Alles was man tun muss ist, den Link entsprechend zu „tagen”. D.h. mit Informationen über die Kampagne selbst zu versehen. Google bietet zu diesem Zweck ein Tool an, mit dessen Hilfe sich dies in Null Komma nichts erledigen lässt.

URL-Erstellung (Link-Tagging) für Kampagnen

Um den Rest kümmert sich Analytics. Kampagnen erscheinen in der Auswertung der Zugriffsquellen (zusammen mit Suchmaschinen und sonstigen Verweisen).

Vor allem bei bezahlte Kampagnen sollte man immer das Tracking einsetzen. Nur so lässt sich herausfinden ob man auch Buchungen, Bestellungen oder Anfragen erhalten hat! So lassen sich Budgets wesentlich effektiver einsetzen!

Google Adwords Integration

Beide Google Accounts können miteinander verknüpft werden. So sind Analytics-Daten auch über Adwords abrufbar – und umgekehrt.

Adwords Kampagnen werden automatisch „getagt” (markiert), es sind also keine Anpassungen der Anzeigen-Links erforderlich um eine Adwords Kampagne in Analytics zu erfassen. Das System erkennt bei verknüpften Accounts die Kampagnen selbstständig!

Für Adwords stehen in Analytics erweiterte Reports zu Kampagnenleistung, Anzeigengruppen und Keywords bereit. Sogar eine Auswertung der Anzeigen-Positionen in den Trefferlisten ist vorhanden. Damit lassen sich interessante Fragen beantworten wie: Welche Anzeige erschien wie oft, mit welchem Keyword, an welcher Position in den Ergebnislisten und erzielte dabei welche Conversion-Rate.

Man sieht also genau an welcher Stelle Anzeigen am effektivsten funktionieren und kann diese Informationen für gezielte Positionsgebote nutzen.

Durch die einzigartige Integration, lassen sich die Adwords-Kampagnen perfekt optimieren. Aus dem eingesetzten Budget kann so ein Maximum an Klicks und Conversions herausgeholt werden. Dieser Umstand stellt einen entscheidenden Mehrwert dar! Vor allem bei großen Budgets. Denn selbst eine kleine Steigerung der Conversion-Rate kann sich gewaltig auf den Erfolg auswirken!

Site Search

Einfach und ohne zusätzlichen Aufwand zu aktivieren. Man legt im Analytics-Konto lediglich den Suchparameter fest und schon werden sämtliche internen Suchaktionen ausgewertet.

Nutzermanager

Sie möchten jemandem Zugang zu Ihren Auswertungen geben ohne Ihre persönlichen Zugangsdaten weiterzugeben? Analytics enthält einen Nutzermanager mit dem man anderen Nutzern (mit Google Account) beschränkten Zugriff auf Website-Profile gewähren kann. Einfach eine Email-Adresse des gewünschten Users im Nutzermanager eintragen, Berechtigungen festlegen und fertig!

   

Dies sind nur einige der erwähnenswertesten Features von Analytics. Beinahe jede einzelne Funktion wäre für sich schon einen eigenen Artikel wert. Die Möglichkeiten scheinen anfangs überwältigend, man sollte sich aber nicht abschrecken lassen. Man findet sich recht schnell zurecht. Die Bedienung ist intuitiv und benutzerfreundlich.

Bzgl. Datenschutz. Manch einer beschwert sich, dass die Website-Daten auf Servern in den USA gespeichert werden. Das ist natürlich eine Geschichte die man nicht unbedingt toll finden muss. Die Daten von anderen Anbietern müssen aber auch irgendwo gespeichert werden. Dieses Manko könnte man nur mit einer Auswertung der eigenen Logfiles umgehen … mit einigen Nachteilen!

Es gibt auch „Open Source” Dienste wie z.B.Piwik”  die am eigenen Server laufen … allerdings sind die Auswertungen lange nicht so detailliert. (Wir haben uns Ende vergangenen Jahres einige Systeme angesehen und landeten dann doch wieder bei Analytics.)

Meiner Meinung besitzt das Produkt derart viele Vorteile, dass ich gerne bereit bin meine Datenschutz-Paranoia zu vergessen. Google nutzt die (anonymisierten) Daten nur zur internen Verarbeitung und Auswertung. Wenn es dadurch gelingt den Dienst weiter zu verbessern und somit den Nutzen für Anwender zu erhöhen, dann soll mir das recht sein.

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Peter Wetzlmaier, am 13.07.09
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Kommentare

  1. Malte Landwehr

    Die Motion-Charts kannte ich bis jetzt noch gar nicht. Damit lassen sich bestimmt nette Animationen für Power-Point Präsis beim Kunden anfertigen.

  2. Jan Borgwardt

    Danke für die Zusammenfassung. Für alle, die sich noch weiter mit dem Thema auseinander setzen wollen empfehle ich die Google Conversion University http://www.google.com/support/conversionuniversity/?hl=en

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