Google Chrome OS – so what?

Google Chrome OS ist da – fast. Bei der Veranstaltung am letzten Donnerstag wurde die Freigabe des Source Code (Programmcode/Quellcode) bekannt gegeben. Mit Hilfe der freiwilligen Entwicklergemeinde will man das Betriebssystem bis Ende 2010 fertigstellen. Die Reaktionen auf die Präsentation fielen gemischt aus. Chrome OS wird jedenfalls kein Windows-Killer (den sich viele erhofft hatten).

Googles Anspruch: Ein auf den Browser reduziertes, schnelles und einfaches Betriebssystem zu entwickeln, damit User noch mehr Zeit im Internet verbringen und Google noch mehr Geld mit Anzeigen verdient – überspitzt ausgedrückt.

Hier die Fakten in einer kurzen Zusammenfassung:

  • Google Chrome basiert auf Linux
  • Der Source Code ist “völlig offen” (Open Source Gedanke)
  • Chrome OS sieht mehr oder weniger so aus wie der Chrome Browser
  • Es können ausschließlich Web-Anwendung ausgeführt werden
  • Chrome OS wird es nicht als Download geben (nur vorinstalliert)
  • Google und Hardwarepartner wollen Chrome OS Ende 2010 auf sog. “Netbooks” veröffentlichen
  • Chrome OS ist gedacht als “Unterwegs” Betriebssystem für Netbooks, nicht für den klassischen Büroalltag
  • Daten werden nicht lokal, sondern in der “Cloud”, sprich im Netz gespeichert. Man hat seine Bilder bei Flickr, Videos bei Youtube, Dokumente bei Google Docs, Mails bei Google Mail (oder Yahoo… je nach dem), usw.

Der Vorteile beim „Cloud Computing“: Man kann praktisch von überall und jedem Rechner aus auf seine Daten zugreifen, komplexe Berechnungen müssen nicht lokal durchgeführt werden. Der Nachteil: Wenn keine Internetverbindung verfügbar ist, wird’s problematisch.

Google-Chrome-OS

Persönliche Meinung des Autors:

Ich kann den Hype nicht ganz nachvollziehen.

Chrome OS hat zwar interessant Ansätze, bietet jedoch relativ wenig Neues. Ein heute erhältliches Netbook mit Windows XP und Chrome Browser (oder einem x-beliebigen anderen Browser mit Ausnahme des IE) erfüllt den gleichen Zweck wobei man zusätzlich einen größeren Funktionsumfang genießt.

User kaufen (wenn nicht als Draufgabe für einen Mobilfunkvertrag) Netbooks nicht nach dem installierten Betriebssystem, sondern nach Preis, Aussehen und ev. Akkulaufzeit. Und alleine beim Preis denke ich könnte Google punkten. Für Hardwarehersteller ist Chrome OS durchaus interessant um einen Preisvorteil gegenüber der Windows-Konkurrenz zu erzielen. Allerdings kostet eine Windows XP Lizenz für Netbook-Hersteller auch nur noch $15 oder weniger – nicht unbedingt ein gigantischer Nachteil. Und Microsoft braucht nur weiter den Preis senken. Andere Linux-Distributionen stehen für Netbook Hersteller ebenfalls gratis zur Verfügung.

Aber letzten Endes wird die entscheidende Frage lauten: Will man ein Netbook mit dem man “alles” machen kann, oder nur im Netz surfen/arbeiten/socializen … und in dieser Beziehung bin ich nicht unbedingt PRO Chrome OS gestimmt. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Jetzt heißt es ohnehin erst mal mindestens 12 weitere Monate warten. Google geht jedenfalls ein ziemliches Risiko ein.

Wer 1h 20min Zeit hat: Auf Youtube ist die gesamte Chrome OS Präsentation verfügbar.

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Peter Wetzlmaier, am 23.11.09

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