Google Wave
Beinahe gleichzeitig mit Microsofts Ankündigung von “BING“, hat Google letzte Woche auf der Google I/O Entwicklerkonferenz in San Francisco “WAVE” vorgestellt und damit dem Erzfeind aus Redmond (garantiert rein zufällig) etwas die Show gestohlen.
Was Jens und Lars Rasmussen (Software Engineering Manager bei Google und Schöpfer der „Maps”) am zweiten Tag der Google I/O der Öffentlichkeit präsentierten, soll in einem Jahr eine Revolution auslösen.
Vor gut zwei Jahren hat man sich bei Google hingesetzt und überlegt, wie E-Mail (ein Konzept welches immerhin schon über 40 Jahre alt ist) aussehen würde, wenn es in der heutigen Zeit erfunden worden wäre. Effizienter, schneller, praktischer,…
Googles Antwort auf diese Frage lautet: Wave
Dabei handelt es sich um eine Browser-Applikation, die den Gedanken des Open Source verfolgt. Das bedeutet auch externe Entwicklern können bzw. sollen sich eigene Erweiterungen für Wave ausdenken (ähnlich wie bei Firefox). Darum fand die Präsentation auch auf der I/O Entwicklerkonferenz satt.
Was ist eine Wave?
Man kann sich eine „Wave” als ein von Google “gehostete” Unterhaltung vorstellen, auf die mehrere Teilnehmer über den Browser zugreifen können.
Kommunikation in einer „Wave” ist wie eine Mischung aus Instant Messaging (ICQ, etc.), Foren- bzw. Messageboard-Diskussion und sozialem Netzwerk à la Facebook.
Gestartet wird eine Wave-Konversation wie eine herkömmliche E-Mail. Man verfasst eine Nachricht und gibt einen oder mehrere Empfänger an, die diese Unterhaltung als neue Nachricht in der Wave-Oberfläche erhalten.
Innerhalb einer Wave können Teilnehmer zu einzelnen Absätzen sehr leicht Kommentare hinzufügen (ähnlich wie in einem Forum). Das funktioniert natürlich auch mit E-Mail. Googles Lösung bietet hier nur etwas mehr Komfort.
Ist ein Teilnehmer der Wave online, sieht dieser Änderungen die vom Gegenüber in der entsprechenden Wave verfasst werden sofort – live.
Das revolutionäre daran ist nun, fügt man im Verlauf einer Wave weitere Kontakte hinzu, sehen diese sofort die komplette Unterhaltung und können per Replay-Funktion dem Verlauf Schritt für Schritt folgen.
Waves sind nach einem Baumschema strukturiert. Um private Nachrichten innerhalb einer Wave zu ermöglichen, können einzelne “Äste” vor bestimmten Teilnehmern versteckt werden.
Recht einfach funktioniert auch der Umgang mit Bildern und anderen Inhalten. Fotomaterial kann beispielsweise per „Drag & Drop” in eine Wave befördert werden. So lassen sich sehr einfach Fotoalben von gemeinsamen Aktivitäten erstellen. Teilnehmer laden eigene Bilder/ Inhalte in die Wave und teilen diese so mit anderen.
Eine weitere interessante Möglichkeit tut sich in Kombination mit Websites, Blogs und Diskussionsforen auf. Man fügt einfach eine für Wave vorbereitete Website als Teilnehmer einer Konversation hinzu und schon ist die Wave (oder Teile davon) an entsprechender Stelle online. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie beim Einfügen von “Maps” in eine Website. User können nun entweder auf der Website Kommentare hinterlassen, oder dies direkt von der Wave-Oberfläche aus tun. Das kann besonders nützlich sein, wenn man in vielen Foren unterwegs ist. Anstelle alle Diskussionen einzeln hintereinander immer wieder aufzusuchen um Antwort zu checken, kann man nun mit Wave alles zentral verfolgen!
Änderungen und Korrekturen sind ebenfalls möglich. Für den ursprünglichen Verfasser wird dies markiert. Andere Teilnehmer sehen auch, dass das Dokument von mehreren Personen erstellt wurde und können per Replay dem Verlauf folgen. Das System erlaubt sogar simultanes editieren, wobei jeder die Eingaben des anderen live am Bildschirm sieht.
Die Welle ist also laufend in Bewegung. Es ist zwar keine völlig neue Art der Kommunikation, die Elemente verschiedener Konzepte wurden allerdings noch nie so elegant miteinander kombiniert.
Was jedoch garantiert einzigartig ist, sind die Möglichkeiten die sich für kollektives Arbeiten an Nachrichten bzw. Dokumenten ergeben. Und genau hier MUSS Wave erfolgreich sein um sich gegen E-Mail durchzusetzen. Andernfalls würde es wohl zu einem Spielplatz privater Kommunikation verkommen – und das hätte Wave nicht verdient!
Meiner Meinung nach könnte es vor allem firmeninterne Kommunikation revolutionieren. Wenn viele Personen an einem Projekt arbeiten, geht bei Mails schnell mal die Übersicht verloren. Das könnte mit Wave endlich der Vergangenheit angehören! Eine eigene Wave für jedes Projekt – eine verlockende Vorstellung!
Peter Wetzlmaier, am 04.06.09
E-Mail ist schon lange tot…
Wir verwenden für die Kommunikation und Dateiablage Collanos (http://www.collanos.com). Da gibt es ebenfalls Diskussionsforen und Chat. Zusätzlich kann ich aber auch Dateien, Notizen und Links eintragen.
Pro Projekt wird ein eigener Workspace definiert, auf den dann alle Beteiligten (inkl. Kunde) zugreifen können. Toll ist, daß das auch offline funktioniert und Dateien auch per Drag & Drop vom Desktop eingefügt werden können.
Liebe Grüße
Hannes
Super Artikel. Ist wirklich spannend, was da auf uns zukommt. Ob es revolutionieren wird oder doch nur eine Anwendung für die high-sophisticated bohème sein wird, frage ich mich dennoch.
Hier gibt`s noch Infos zu erste Tests von Basic Thinking…
http://www.basicthinking.de/blog/2009/07/29/google-wave-basic-thinking-durfte-schon-mal-im-entwickler-sandkasten-spielen/