PageRank intern
Wie man mit intelligenter Struktur und technischer Umsetzung gezielt die interne Linkpopularität fördert, bzw. warum man sich mit Link-Wirrwarr den internen PageRank kaputt machen kann.
Allgemeines zu Google PageRank
Der sog. „PageRank” ist ein Verfahren welches Google zur Gewichtung von verlinkten Dokumenten im Web verwendet. Jedem Dokument wird ein bestimmter Wert für „Linkpopularität” zugewiesen welcher einen wichtigen Bestandteil des Google Ranking-Algorithmus darstellt.
Die Bezeichnung PageRank kommt nicht wie man vielleicht vermuten könnten vom englischen Wort für „Seite”, sondern geht auf den Google-Mitbegründer Lawrence (Larry) Page zurück.
Das Pagerank-Patent kann hier eingesehen werden.
Wie funktioniert der PageRank Algorithmus?
Einfach gesagt: Je mehr Links auf eine bestimmte Seite (oder allgemeiner gesprochen: auf ein bestimmtes Dokument) führen, desto mehr Linkpopularität wird dieser Seite zugewiesen und umso mehr Gewicht haben wiederum Links von diesem Dokument auf andere.
Das bedeutet: Links von Seiten welche für Google einen gewissen „Expertenstatus” besitzen, sind besonders begehrt da diese viel Linkpopularität transportieren.
Es kommt also nicht nur auf die reine Anzahl der Links an, sondern auch auf das Gewicht jedes einzelnen Dokumentes von dem ein Link von A nach B führt.
Kurz: Wenige Links von Seiten mit hohem Gewicht (bzw. Linkpopularität) können sich positiver auf das Ranking einer Website auswirken, als viele Links von weniger bedeutenden Seiten – Seiten mit wenigen eingehenden aber vielen ausgehenden Links wie beispielsweise private Weblogs.
Die Übertragung der Linkpopularität hängt auch von der Anzahl der Links ab. Je mehr Links auf einer Seite, desto weniger wird pro Link übertragen… die Linkpopularität wird aufgeteilt.

(Grau: Werte für Linkpopularität der einzelnen Seiten)
Wenn also eine Seite mit hoher Linkpopularität über eine hohe Anzahl an Links verfügt, kommt bei den einzelnen Seiten weniger davon an. Der positive Effekt auf das Ranking wird sich also in Grenzen halten.
Kann man hingegen einen Link von einer großen, bedeutende Seite mit wenig ausgehenden Links ergattern, so erscheint die eigene Seite umso wichtiger für Google – was sich mit der Zeit auch positiv auf das Ranking auswirkt. „Experten” verlinken normalerweise nicht auf schlechte Websites – ihre Reputation steht ja auf dem Spiel! Und je selektiver und einzigartiger die Auswahl, desto besser muss die verlinkte Seite auch sein und wird daher von Google dementsprechend gewertet.
Was bedeutet das für den internen Aufbau einer Website?
Einen wilden, unstrukturierten Haufen von Links sollte man möglichst vermeiden. Ich spreche hier nicht nur davon, wie User eine Website wahrnehmen. Es geht vor allem auch um die Sichtweise aus Suchmaschinen-Perspektive. Denn oft ist diese grundverschieden und noch viel wirrer im Vergleich zu dem, womit sich der Ottonormalverbraucher herumschlagen muss.
Der Aufbau einer Website muss nicht nur suchmaschinenfreundlich, sondern auch SUCHMASCHINENLOGISCH sein! Die Zeiten wo es reichte sagen zu können: Ja, alle Links und Inhalte können von Google und Konsorten erfasst werden, sind passé. Nun lautet die Frage: Können Suchmaschinen auch eine Struktur erkennen?
Bis dato macht sich kaum jemand darüber Gedanken wie die Linkstruktur einer Seite suchmaschinenseitig gesehen wird.
Je einfacher der Aufbau, desto einfach ist es sich zurechtzufinden. Dies gilt für User und Suchmaschinen gleichermaßen. Abgesehen davon, dass Seiten mit komplexer Struktur und vielen Links abschreckend wirken und die User oft überfordern.
Im Hinblick auf interne Linkpopularität ist die Navigation möglichst so zu entwickeln, dass für Suchmaschinen wichtige inhaltliche „Knotenpunkte” leicht zu identifizieren sind.
In erster Linie sind dies natürlich Inhalte die man in Suchmaschinen hervorheben möchte wie z.B. Übersichtsseiten einzelner Themenkomplexe.
Dazu kommt: Google empfiehlt die Anzahl der Links pro Seite auf unter 100 zu begrenzen.
>> Keep the links on a given page to a reasonable number (fewer than 100).
Für die Navigationsstruktur von Websites heißt das also: Small Is Beautiful! (Das hat nichts mit dem Umfang einer Website bzw. der Textlänge pro Page zu tun!)
Mehr Links bedeuten nicht automatisch eine Besserstellung in Suchmaschinen. Wenn man es übertreibt, kann es verwirrend werden – für Mensch und Maschine!
Peter Wetzlmaier, am 05.08.09