TOCA ME design conference 2009
Letzten Samstag (7. März) war ich wieder auf der “toca me design conference“, die dieses Jahr bereits zum vierten Mal in München stattfand, unter dem Motto “hit by inspiration”.
Wie der Name schon sagt, ging es dort hauptsächlich um Design und Kreativität. Also für mich ein Blick in eine etwas andere Richtung. Die Sprecher strukt, Jeremy Thorp, Jason Levine, Joshua Davis, gmunk und Joel Gethin Lewis präsentierten Ihre Projekte der letzten Jahre, von der anfänglichen Idee bis zur Umsetzung, und das teilweise sehr detailliert.
Für mich war sehr interessant, dass einige Designer versuchten Kunstwerke zu erschaffen, die erst wirklich entstehen wenn der Benutzer mit ihnen interagiert. Das ähnelt sehr dem Web 2.0 Gedanken, dort entstehen Produkte ja auch erst, wenn die Benutzer dazu beitragen.
Joshua Davis erstellte für das Rovereto Festival mehrere Illustrationen, welche dann 1×3 Meter Poster gedruckt, und von zufälligen Passanten eingefärbt wurden. Die Illustrationen erstellte er mit Hilfe seiner Flash-Skripte, welche hauptsächlich auf mathematische Funktionen und dem Zufallsprinzip aufbauen. Auf seiner Website zeigt er auch ein paar Beispiele was man mit ein bisschen ActionScript (Flash) so alles machen kann.
Die Regent Street Christmas Lights von Joel Gethin Lewis zeigen eine Einkaufsstraße in London die mit einer speziellen Weihnachtsbeleuchtung ausgestattet ist, diese Lichter werden von Kamerabildern der Straße, den aktuellen Wetterverhältnissen und Buttons auf der Straße gesteuert. (Flickr, YouTube).
Es war auch die österreichische Agentur strukt vertreten, welche z.B. die Intro’s für die Präsentationen der Sprecher erstellten und in der Eingangshalle einen 70 Zoll multi-touch Tisch aufbauten (strukt.com).
Ein weiterer Punkt der mich sehr fasziniert hat war, dass einige Designer zum Teil sehr komplexe mathematische Vorgänge nutzen um Ihre Kunstwerke entstehen zu lassen. Dadurch entstehen z.B. aus simplen Daten solche Bilder. Man konnte teilweise schon fast das Gefühl bekommen, sich zu einem mathematischen Vortrag verlaufen zu haben.
“developing software for money is bad…” Damit hat Joel Gethin Lewis auf Open Source angesprochen, dass seiner Meinung nach das Entscheidende ist eine Idee als erster zu haben und umzusetzen. Wenn dann Jemand seine Arbeit kopieren, oder anderweitig verwenden will, warum nicht? Open Source ist ein wichtiges Thema, vorallem im Internet werden sehr viele OpenSource Technologien wie Apache, PHP, uvm.. verwendet. Man kann gemeinsam mehr erreichen, als jeder für sich (Stichwort: crowd sourcing).
In den Social Media Plattformen ist die TOCA ME natürlich sehr präsent, so wurde zum Beispiel in der Eingangshalle ein Twitter Aufruf projiziert, mit dem Hashtag “tocame09” zu twittern. Außerdem gibt es einen Twitter User, eine Facebook Gruppe, eine Xing Gruppe, Fotos auf Flickr, uvm…
Ich hab auch selbst vereinzelt ein paar Bilder geschossen und sie auf Flickr veröffentlicht.
Alles in Allem ist die TOCA ME sehr empfehlenswert, ich freu mich schon auf nächstes Jahr!
Martin Auswöger, am 09.03.09