WebMarketing 2009: Rankings

Matt Cutts (Head of Search Quality bei Google) äußerte sich auf der PubCon in Las Vegas (einer “Search Marketing” Konferenz) in einem Interview zum Thema Rankings.

Unter anderem sprach er über die Bedeutung bzw. den Status von Listungen in Suchmaschinen. Angesprochen auf Bruce Clay (einem bekannten WebMarketing-Guru), der ebenfalls als Redner auf der Konferenz anwesend war und in seinem Vortrag etwas überspitzt formulierte: “RANKING IS DEAD!”, meinte er …

Frei übersetzt: Er würde nicht so weit gehen zu behaupten, Ranking wäre tot. Aber sicher ist, es hat nicht mehr jenen Stellenwert wie früher. Schlaue SEOs (Search Engine Optimizer) konzentrieren sich auf Inhalte und der Optimierung wichtiger Website-Kennzahlen wie beispielsweise Konversionsraten (Conversions).

Was Matt Cutts in diesem Interview sonst noch über die Entwicklung der SEO-Tätigkeit in Bezug auf “Universal Search” gesagt hat, werden wir in einem unserer nächsten Beiträge behandeln – also dranbleiben!

Nun aber zurück zum Thema… Was hat sich geändert? Warum ist Ranking nicht mehr das wichtigste Erfolgskriterium für WebMarketing?

Die Antwort lautet: Personalisierte Suche (personalisiert & lokalisiert)

Was heißt das? Die Ergebnislisten werden entsprechend persönlicher Vorlieben der Nutzer angepasst. In Abhängigkeit von beispielsweise Such-Historie und Standort (IP-Adresse, verwendete Google-Domain) werden die Ergebnisse verändert.

Zwei Beispiele:

Localized Search: Ein Suche für “Pizza Lieferservice” würde in Wien andere Ergebnisse hervorrufen, wie dieselbe Suche in München ausgeführt. Aufgrund des festgestellten Standortes und um für den Nutzer eine möglichst optimale “Experience” zu erzielen, werden die Relevanzparameter automatisch verändert.

Personalized Search: Bei einer Suche nach “Golf Zubehör Preise” würde ein Nutzer mit Vorliebe für das Automobil andere Ergebnisse erhalten wie jemand, dessen Interesse sich mehr auf den Sport bezieht.

Suchmaschinen analysieren persönliche Daten wie etwa vergangene Suchaktionen (auf welche Ergebnisse wurde geklickt, auf welchen Seiten hält sich der Nutzer länger auf, usw.). Auf diese Weise findet eine Suchmaschine schnell heraus welche Ergebnisse eher zum persönlichen Profil passen.

Nutzer mit einem iGoogle-Account werden dieses Phänomen bereits kennen. In den Google-Labors wird nun unter Hochdruck daran gearbeitet, diese Errungenschaft auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Personalisierte Suche für alle!

Das dürfte ein weiterer Meilenstein sein, der die Qualität der Suchergebnisse deutlich steigern dürfte.

Auswirkungen auf SEOs

Kennen Sie das auch? Seitenweise Tabellen mit zig Suchbegriffen und deren Listungen in den verschiedensten Suchmaschinen?

Vergessen Sie das! Das war früher nicht sinnvoll und heute im Zeitalter der personalisierten Suche taugt diese Art von (häufig automatisch generierten) Berichten höchstens als Konfetti-Rohmaterial. Die Aussagekraft geht gegen Null.

Gute und seriöse Berichte betrachten keine einzelnen “Ereignisse” welche im Grunde keine echten Rückschlüsse auf die “Performance” zulassen. An der Börse heißt es: “The Trend is your Friend!” – und genau so verhält es sich mit Suchmaschinen. Einen korrekten Eindruck erhält man erst, wenn man alles in einem größeren Rahmen betrachtet.

Diese Meinung vertrete ich schon seit Jahren. Jetzt, wo Suchmaschinen die personalisierte Suche forcieren, fühle ich mich bestärkt und bestätigt.

Vor allem Bezieher von WebMarketing-Services müssen sich über diesen Sachverhalt im Klaren sein. Hierfür möchte ich nochmals Matt Cutts zitieren:

“And don’t worry about ‘can I show people that I rank number one for my trophy phrase.”

Diese Satz könnte glatt von mir sein *g*.

Bei vielen Projekten hatte ich früher den Eindruck, dass man am besten wohl eine Adwords-Kampagne mit zwei oder drei Keywords hätte starten sollen – Die gewünschte Zufriedenheit hätte sich sofort eingestellt – Listungen für Suchbegriff X und Y sind super, somit ist Sache erledigt! Eine Handvoll guter Listungen sind jedoch nur die Spitze des Eisberges. – Vergessen Sie nicht den “long tail”!

Natürlich ist es wichtig für bestimmte Bringer-Suchbegriffe gute Rankings zu erzielen, man sollte es aber nicht überbewerten – es kann schnell zu einer Obsession ausarten, wobei man andere Dinge aus dem Auge verliert: Conversions, Traffic (von Suchmaschinen), Absprungraten, allgemeine Relevanz der Website, Aktualität, usw.

Allgemein gute Rankings über eine Vielzahl von Begriffen sind das Salz in der Suppe (wird man nicht gefunden, ist dies so oder so desaströs), aber in Zeiten personalisierter Ergebnisse verlieren einzelne Listungen an Bedeutung.

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Peter Wetzlmaier, am 07.01.09
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